Chrono-Logik einer Gründung

März oder April. 2013. Dunst über einem gelben Wasserbecken. Die Universität nur im Hintergrund, auch so noch mächtig genug. Sie dereinst loszuwerden? Das Glühen der Zigaretten ist im gleissenden Frühlingslicht beinahe unsichtbar. Namen: Samuel Prenner, Dragica Stojkovic, Laura Basso, Fabian Schwitter. Der Grund? Die Erinnerung täuscht immer. Dann eine Zeitschrift. Der Gedanke dazu. Wissen um die Reife der Zeit und die Lust dazu. Persönlich.

17. April 2013. Lichthoft der Universität Zürich. Ein Protokoll mit der Überschrift „Gründungssitzung des Vereins delirium„. Offzieller Anstrich. Das einzige Mal in der ganzen Zeit. Bis zur Aufschaltung dieses Blogs wird keine Traktandenliste mehr das Traktandum 0 aufführen: „Traktandenliste“. Im Protokoll steht: „Genehmigt“. Dazu Statuten gemäss §27.

23. April 2013. Der Akkreditierungsantrag geht an die Rektoratsdienste der Universität Zürich, zusammen mit den Statuten. Es winkt Anschubfinanzierung, die künftig nichts mehr mit Anschub zu tun haben wird. Wir sind abhängig. Im Brief wird Bezug genommen auf ein Gespräch vom 23.03.2013. Offensichtlich muss der Gedanke zu delirium bereits im März entstanden sein. Im Archiv taucht ein Protokoll vom 15.03.2013 auf. Der Name steht noch nicht fest.

15. März 2013. Die Ursprünge zu ergründen. Bereits ist das Phänomen namenlos – pathetische Vorschläge wie „Angelus Novus“ geistern herum. Wir befinden uns mitten im Anfang, der uns gefangen hält, was sich als charakteristisch erweisen wird. Zwei Jahre später sind wir immer noch am Anfang. Weiter zurück.

28. Februar 2013. Ein Protokoll ist aufgetaucht. Informell. Mehr Fragezeichen als Beschlüsse. Wir müssen zwangsläufig hoffnungsvoll sein, wie der Anfang. Eine Lesung ist für den 20. September angesetzt. Mehr wissen wir nicht und auch über diese Lesung gibt es nichts Genaues zu sagen. (Einzig, dass diese Lesung eine legendäre Party des Seminars für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Zürich ersetzen wird.)

05. April 2013. Erstmals taucht in einem offiziellen Dokument der Name delirium auf. Davor: Zucker im Kaffee. Kein Alkohol. Dann delirium. Dann doch ein Bier. In irgendeinem Café am Limmatquai. Weder dieser Moment noch die offizielle Gründungssitzung können zuverlässig datiert werden. Ein Protokoll vermerkt den 17. April als Sitzungstermin für die Gründungssitzung. Punkt sieben: TEXTABGABE!!! Irgendwann zwischen dem 05. und dem 18. April wird bei der Post ein Konto eröffnet. Wir liegen in Erwartung.

14.05.2013. Wieder ein Protokoll. Seither? Jetzt: Kontostand 0. Wir arbeiten daran. Unsere Website befindet sich auf dem Weg. Wir erhalten offizielle Emailadressen: @delirium-magazin.ch. Zwei Layouterinnen betreten die Szene: Sara Hardegger und Malin Gewinner. Davor war von Illustrationen die Rede: Nina Rieben.

09. Juni 2013. Von nun an ist es chaotisch. Der Gestaltungsprozess. Layout. Immer noch die Frage nach dem Geld. Weitere Treffen ohne Protokolle. Ein Logo. Handschriften. Wir üben. Irgendwann die Anerkennung unseres Vereins durch die Universität. Dann Geld auf dem Konto. Die Suche nach Werbeeinnahmen. Mehr Gestaltungsfragen. Und der Druck. So viel kann gesagt werden: Wir machen eine Zeitschrift.

Das Weitere ist bekannt:

24. September 2013. Vernissage von delirium N°01 im Sphères

 

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