„Selbstzitate nur in diesem Kontext“

Wer in seinem Werk nicht die ganze Weltgeschichte verwurstet hat, wird als KünstlerIn wohl kaum gross herauskommen – oder wenigstens unter den sogennant Gebildeten wenig gelten. Schiesslich müssen diese Gebildeten auch Gelegenheit finden, ihre Bildung unter Beweis zu stellen. – Erstaunlicherweise verlieren Werke dann aber plötzlich jegliche Relevanz, weil sie mühelos in der Geschichte vorortet und damit in eine Schublade gesteckt werden können. XY bezieht sich auf YZ, steht folglich in dieser oder jener Tradtion – dankeschön: Der Nächtste bitte. Ah, der Nächste ist eine Frau? Verzeihung: Die Nächste bitte.

So reitet delirium programmatisch auf dieser Intertextualität herum. Sie wird (erstaunlich, erstaunlich) in den kritischen Texten auch ab und zu erwähnt. Aber was soll das eigentlich? Das ist doch alles ein grosses Missverständnis. Wir betreiben doch da keine Intertextualität. Wir sind daran, eine Sammlung von Selbstzitaten anzulegen! Zugegeben die Sammlung wird sich über mehrere Hefte und einige Jahre erstreckten, wenn wir Glück haben. Aber immerhin: Es ist eine Sammlung von Selbstzitaten. Ist das nicht erfrischend unreflektiert?

Viva delirium! Scheiss auf Tradition, wir zitieren uns selbst. Gut, vielleicht hat es auch noch Platz für den einen oder anderen Verweis darüber hinaus…

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