Notizen zur Zweifelhaftigkeit des literarischen Programms

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Odysseusbitches, willkommen im Delirium, Mütter bleicher Verlockungen
Jason träumt, und hängt mit seinen immergleichen Abschiedsgedichten an meinen falschen Titten
Willkommen im Delirium, Betonengel,
Willkommen in der Hölle, ihr Sebaldwixer, betrunken selbstgesetzgebende,
zeilenstrolchende Mönche mit grenzenlos unvollendeten Schuberterektionen
Fickt die Nacht nur, bis sie blutet, Schubert singt euch ins Forellendasein
Ja, entrückte, liebevolle Tagebuch- und Briefeschreiber
Ja doch, nehmt sie, bis sie blutet,
Schwanzzerreiter, ihr Tänzer auf den griechischen Amphoren,
Reitet weiter, reitet Schwänze, bis ihr schwarz seid
Das singt mein weisses, haariges Ithakaherz mit the voice of a black woman
Oh Jason, tanze mir, vom drögen Oszillieren zwischen Form und Stoff,
Ja, Jason, träume mir, von Langeweile, Dichtkunst und vom schwankend hohen Maste
Deines Lyrikbootes
Willkommen Leser, deine Seele gehört schon lange mir
Und höre
Was sie mir ins rote Öhrchen singt:
Beinahe, beinahe, beinahe
Willkommen im Delirium, ihr Möchtegerne, Kritiker und Streber,
Schreiberlinge und ihr anderen
Euch gehör ich allen zu
Esst mein Herz aus,
Wixt euch eins auf Sebald und dann gute Nacht
Die Luft riecht auch bei euch
Nach Holunder und nach Facebook.

 

Gefragt sind künstlerische Antworten auf die
bereits angeregten Diskussionen in den
Ausgaben N°01 und N°02.

 

So gewinnst du:

 

Hannes sattelt
Götterverlassne Männer
Frauen nicht?

 

Willkommen im Delirium, ihr Medealecker!
Esst mein Schubertherz
Und dann gute Nacht
Willkommen Freunde des Guten und Schönen
Willkommen, oh Änäispenetranten
Willkommen im Delirium, oh Hipsteranuspenetranten
Vollendet ihr mein Schubertherz
Sonst vollendet es mein dummes Jünglingsherz
Und stürzt mich wieder in den alten Dichterschmerz.

 

Er ging die Strasse lang und hörte nichts und dachte: Das ist es also jetzt, das ist dieses Jungsein, das mich bald nicht mehr hat, das ist es jetzt, dieses ungesunde Jungsein, das ist nun also dieses vergängliche Jungsein, von dem die Dichter sprechen, wenn sie alt sind, und er ging weiter auf dieser Strasse und dachte nichts und hörte eine Nachricht, schaute nach, sein Vater, der Musikwissenschaftler war, hatte ihm eine SMS geschrieben: Hallo, du, wie geht es dir, lass mal von dir hören, und er hörte sein Jungsein auf der Strasse rumplatschen und hörte den Schnee auf dem Holunder und es langweilte ihn schon, dieses sein Jungsein, er wusste haargenau, dass es dasselbe war, wie jedes andere, und er sagte seinem Jungsein: Ja, ich höre die Flocken fallen, aber ich denke nicht, dass es das Echo der Glocken im Tal ist, es ist ja alles so scheissprofan, und eine fette Flocke fiel ihm ins Aug, genau als er das dachte, und er fluchte und es war kalt und er wusste, dass das Schneien das Seufzen der Wolken ist, who cares, dann rief er seinen guten Freund John an, der nicht mehr wirklich jung war, mit dem er also auch kein Jungsein teilen musste, und sie gingen in eine Bar und betranken sich gottlos und als er zu einem Lied zu tanzen anfing, in dem ein weisser, überaus vulgärer, vollkommen ideenloser Rapper sagte: Fickt die Nacht nur, bis sie blutet, da merkte er, dass er jetzt wirklich heimgehen musste, und er ging dann auch wirklich, und es war ihm alles egal ausser die SMS von seinem Vater, der Musikwissenschaftler war, er sass auf dem Klo und wusste nicht, was zurückschreiben, und schlief ein und als er aufwachte, kam ihm das Lied wieder in den Sinn, und war immer noch auf dem Klo und dann schrieb er vollkommen betrunken, was ihm in etwa noch geblieben war vom Lied: Lieber Papa, wer vollendet dir dein Schubertherz? Ja, was einem alles so in einer Schneenacht halt begegnet, nicht, dann gute Nacht. Ich vermisse dich, dein Jason.

 

Dominik Holzer

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