Hörig

Besingen könnt ich dich bis ans Ende
des Tages.
Doch was da erklingt, es bleibt
Vages.

 

Wahrhaftig – doch blickst du dir nie ins Gesicht.
Wirst du auch nie –
doch hörbar werden, vielleicht.

 

Meermündig, unhörbar
Elliptische Echolalie
Rabenschwarz beinah das Haar
Einmal mehr erinnernd,
Todesfern.

 

Spiel mir die Duftnoten – bring sie zu Gesicht
Zeichne die Topographie deines Körpers,
Ortlos,
formvoll.
Eine stumme Sprache sprechend

 

Bis das Lied erkaltet in den Niederungen
Wo wir liegen, umschlungen
ein um das andre Mal
Wo es sinnend singend
versinkt.

 

wese an wese aus, wag es, vages

 

Spiel mir die Hohepriesterin
und das Rad
am Wagen.

 

Meine Ruhe ist die Ruhe einer vibrierenden Saite
Dreh dich doch mal auf die andere Seite
Dein Rücken ist immer hinter dir,
unentrückt.

 

Mein Körper erinnert sich an dich
Die eine stumme Sprache spricht
Die immer wieder
Laut wird.

 

Und schenk Gehör ich dir
so kann ich sein
Da ist das Wort nicht mein
und das ist es nirgends
und da bin ich
Ortlos.

 

So kann ich sein da ich höre
nicht gehöre, mir nichts gehört
und find dich so hörend
ganz betörend
Und werd ganz ungehörig hörig –

 

Meermündig, unerhört
Echo gen unverklungen –
Rauschen – Zähmen wir noch unsere Zungen?
Einmal mehr erklingt
Todesfern

 

Die Note, von deinem Rippenbogen umspannt
Bleibt unbenannt.

 

Tatiana Hirschi

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