relirium 47/15

In Paris werden über hundert Menschen bei einem Anschlag getötet und die Medienwelt steht ganz im Zeichen dieses Themas. Bei solch einem Ereignis beobachtet die medienaffinen Zeitgenossen ein Überschuss an Kritik: Es gibt kaum eine Haltung, welche nicht sogleich kritisch reflektiert wird. Kein gemeinsamer Nenner lässt sich finden: Sogar darüber, ob Attentäter böse Menschen sind, wird eifrig debattiert: „Denkt an die Banlieus! Das sind die Elendsviertel von Europa!“ schreien die einen und fügen hinzu: „Das ist natürlich keine Entschuldigung für die Taten, aber daran muss man denken.“

Kurz: Es ist kompliziert und es ist kritisch. Gut das Slavoj Zizek was dazu geschrieben hat.

http://inthesetimes.com/article/18605/breaking-the-taboos-in-the-wake-of-paris-attacks-the-left-must-embrace-its

Er wirft die europäischen Rassisten mit ihrem Hass auf bestimmte Migranten in einen Topf mit den faschistoiden IS-Tätern und appelliert an die globale Solidarität mit den Ausgebeuteten. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Kriegstreiber genauso in unseren Reihen sind.

Apropos Kriegstreiber (keiner sollte sagen, meine Überleitungen seien extrem): An der NZZ wird starke Kritik von Constantin Seibt geäussert:

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/anschlag-in-paris/liberale-im-krieg/story/28140741

Er meint, die NZZ hätte ihre liberalen Wurzeln wohl endgültig verloren. Ihre Meinungsartikel aus der Chefredaktion rufen entweder zu Mord und Totschlag auf, oder sie rufen im Kampf gegen den Terror zu verstärkter Überwachung und der besseren Zusammenarbeit der Exekutivstellen mit dem Militär auf.  Nun ja, liberal ist ein weitdehnbares Adjektiv.

Und wo wir gerade bei der NZZ sind. Der Tag der schlechten Wortspiele ist schon länger vorbei, dass stört aber Urs Bühler nicht, seine Fähigkeiten mit dem Wort unter Beweis zu stellen.

http://www.nzz.ch/zuerich/aktuell/ein-nagelhaus-a-la-naegeli-ld.3034

Wir haben uns amüsiert, wenn auch nicht so, wie der Text das beabsichtigte.

Zum Schluss noch etwas von unseren Freunden von Kulturmutant. Gregor Schenker erklärte uns, wieso ihn die letzten beiden Teile der Quasitetralogie „Hunger Games“ begeisterte.

https://kulturmutant.wordpress.com/2015/11/19/die-rache-des-spotttoelpels/

Ich möchte ja noch nicht zuviel versprechen, aber soweit ich das einschätzen kann riecht es etwas nach Beef. Eines unserer Redaktionsmitglieder hat sich bereits lautstark über die Kritik Gregors aufgeregt, wenn das mal nicht eine gute Voraussetzung ist, einen Text zu schreiben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: