«Wenn Dada zwei dicke Titten hätte, wäre das ja alles kein Problem.»

Das Interview 100 Jahre Dada

 

Wir feiern 100 Jahre Dadaismus. Zum Jubiläum dieser künstlerisch-literarischen Bewegung fragen wir bei Frau Professor Dr. Margot Eccles nach, was es denn da genau noch zu feiern gibt. Dr. Eccles ist Expertin für Fach- und vermeintlichen Dadaismus. Ihr Standardwerk «Dada – Alles über die unsichtbare Geige von Hugo Baal» wurde in mehr als 60 Sprachen übersetzt. Darunter auch ins Gälische, Nguni und ins Berndeutsche. Ihre Memoiren «Eccles – Ein Leben auf dem Dreirad» führte elfeinhalb Wochen die Spiegel-Bestsellerliste an. Sie ist Lehrstuhlinhaberin für Vergleichende Literaturwissenschaften an der Mount Judge University von Brewer im Bundesstaat Pennsylvania. Margot Eccles ist unglücklich verheiratet und hat zwei Kinder.

 

 

Delirium: Jolifanto bambla o falli bamba…

 

Prof. Dr. Margot Eccles: (unterbricht) Ach, ich bitte Sie! Das ist doch Kinderkacke.

 

Delirium: Sie haben recht, entschuldigen Sie vielmals. Frau Prof. Dr. Margot Eccles, Dadaismus feiert dieses Jahr seinen hundertsten Geburtstag. Geben Sie der ganzen Sache nochmals so lange?

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Das wird nicht ganz so einfach sein. Wenn ich daran zweifle, dann nur deshalb, weil Lautgedichte dieser Tage kaum eine ausreichende Hörerschaft finden. Ausserdem, und das gerade in Bezug auf Zürich, gibt es an der Bahnhofstrasse, in der früher die Galeristen berühmte Maler zu sich einluden, um für ein paar Stunden Dada zu sein und dergleichen, kaum noch etwas in dieser Art.

 

Delirium: Bahnhofstrasse? Da fallen mir Pelz bemäntelte Russinnen ein, die die Kreditkarten ihrer greisen Ehemänner belasten.

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Es braucht mehr Raum.

 

Delirium: Einen zweistöckigen H&M-Laden gibt es da bereits. Genügt das etwa nicht?

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Bei weitem nicht. Hören Sie – Dadaismus – ­so was braucht Sause.

 

Delirium: Sause, natürlich. Rollen wir das Feld doch von hinten auf… Sie haben in ihrer Forschungsarbeit über den Zusammenha…

 

Prof. Dr. Margot Eccles: (unterbricht) Von hinten find ich gut!

 

Delirium: Frau Doktor!

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Hach, wie verklemmt die jungen Menschen von heute doch sind. Was stellen Sie sich so prüde an. Ich dachte immer, Ihr jungen Leute habt gerne etwas Liebe unten rum. Dass ich Ihnen das erklären muss…

 

Delirium: Nicht sehr geistvoll, Professor Eccles.

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Pff… Geistvoll. Ich bitte Sie, wir reden hier von Dadaismus.

 

Delirium: Ein eher seichtes Thema also?

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Seicht? Wieso seicht? Hören Sie, wenn Dada zwei dicke Titten hätte, wäre das ja alles kein Problem. Wenn Dada vollbusig wäre, dann würde die Bewegung noch zig Millionen Jahre weiter existieren. Bis zum Kältetod des Universums. Wahrscheinlich sogar darüber hinaus. Herrgott!

 

Delirium: Titten?

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Ja, Titten. Möpse, Dinger, Brüste, Busen, Hupen ­– Titten. T-I-T-T-E-N. Es geht um…

 

Delirium: (unterbricht) Frau Doktor, das ist doch Kinderkacke.

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Ach, wirklich? Erlauben Sie, es müssen ja keine grossen Brüste sein. Auch ein kleiner Nippel taugt schon genug. Ein sogenannter Busenblitzer.

 

Delirium: Taugen für was? Genug? Was zum Teuf… Wir möchten mit Ihnen über Dadaismus sprechen. Also, wie beurteilen Sie Sophie Taeuber-Arps Rolle im Zürcher Dadaismus? Ist Sophie Taeuber so was wie die Ulrike Meinhof des Dadaismus?

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Meinhof? Ach du liebes Lieschen.

 

Delirium: Lieschen? Wieso Lieschen? Vielleicht könnten Sie uns etwas über rhythmisch-geometrische Kunst verraten.

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Naja, Sophie hatte wirklich tolle Beine…

 

Delirium: Das kann doch nicht wahr sein.

 

Schweigen

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Dada ist Verweigerung, verstehen Sie?

 

Delirium: …

 

Prof. Dr. Margot Eccles: …

 

Delirium: Wie wichtig ist die Stadt Zürich für die Entsteh…

 

Prof. Dr. Margot Eccles: (unterbricht) Zeigen Sie mir Ihren Nippel?

 

Delirium: Bitte was?

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Na einen Ihrer Nippel. Ihre Brustspitze, Ihre Igelnase.

 

Delirium: Uns fehlen die Worte.

 

Prof. Dr. Margot Eccles: Sehen Sie, ein echter Dadaist hätte daraus ein paar Verse gemacht. Ganz ohne Worte.

 

 

 

 

Die Fragen stellte Andreas Hauri. Seine Nippel blieben für die Dauer des ganzen Interviews bedeckt.

 

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