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Aus „Das Unwesen der Dinge“.

Andacht, die: Wie jedes Wort, von dem man weiss, dass Heidegger es gefallen würde, ist man zur Vorsicht auch bei A. gemahnt. Es ist dabei nicht ein unnützer Verdienst, dass die Kirche, auch wenn sie von der zersetzenden Wirkung eines Heideggers weiss, nicht kampflos das Wort aufgab. Gerade zur Weihnachtszeit wird an der Rehabiliterung der A. gearbeitet. Nun fällt es uns natürlich schwer, dem Reflex zu widerstehen, einen jener vermaledeiten Bindestriche zwischen Präfix und Stamm zu setzen und dem Gedanken nachzugeben, was denn hier angedacht wird. Stattdessen sollten am Ende anderer Wege glücklichere Ziele stehen. Vielleicht muss eine positive Wendung gar der Schriftsteller bringen, denn Andacht bedeutet uns jener Modus, der dem Schreibenden naheliegt. Zwar fokussiert auf seine Schrift, ist er doch gegenüber all dem anderen achtsam, was neben dieser Tätigkeit geschieht. Es ist Aufmerksamkeit auf einer tieferen Ebene. Vielleicht heisst A., nicht weiter Heidegger anzudenken, sondern sich auf das hier und jetzt ganz zu wenden.

Ein Lexikonbeitrag von Gian Fermat

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