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Lametta, das: war früher mehr. Silbern, golden oder in anderen bunten Farben glitzernde Fäden, die in manch bürgerlichem Haushalt (-> Manns, die) im Winter den Weihnachtsbaum schmücken. Geschätzt wird hier besonders der Kontrast zwischen der Eintracht der heimischen Stube und dem Knistern der leuchtenden Streifen, das an die Gefahr des brennenden Baumes erinnert (-> Erhabene, das). Auch viele Literaturwissenschaftler (-> Literaturwissenschaft) hängen sich das glitzernde Geflecht zwischen die Zweige, um damit in Anlehnung an ->Kristeva, Julias bekannten Ausspruch: «Jeder Text baut sich als ein Lamettageflecht von Zitaten auf», dem Intertext (-> Intertextualität, Religion) zu huldigen. In einer Gegenbewegung dazu hängen sich Lexikographen kleine Kärtchen mit Lemmata an den Baum.

In allen Fällen besteht die Hauptaufgabe von L. aber darin, von der Hässlichkeit des braunen Stammes (-> Heidegger, Martin) oder des Ständers (-> Einflussangst) abzulenken.

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