Wir regulieren den länderübergreifenden Glücksspielmarkt in Deutschland
In diesem Zusammenhang erscheint die Beschaffenheit von Glücksspielwerbung als nicht unproblematisch. Studien in diesem Bereich haben gezeigt, dass entsprechende Werbeanzeigen nur in sehr seltenen Fällen mit Warnhinweisen oder Hinweisen zur Altersbegrenzung versehen waren.
- Werbeverbote in Stadien und auf Trikots von Profivereinen
- Einschränkungen für Werbung in regionalen Amateursportligen
- Diskussionen über ein vollständiges Sponsoring-Verbot im Sport
- Ausnahmeregelungen für Lotto- und Toto-Werbung
Gleichzeitig werden Glücksspiele als etwas ganz Alltägliches, im Sinne einer Freizeitbeschäftigung, dargestellt. So werden beispielsweise Sportarten, in Deutschland vor allem der Fußball, untrennbar mit Glücksspielangeboten verbunden. Stichwort zwölfter Mann: Mit Hilfe von Werbung wollen einige Anbieter von Sportwetten das Bild vermitteln, dass eine Wette zum Mitfiebern mit der eigenen Mannschaft zu einem noch spannenderem Spielerlebnis anregt. Dabei wird das Glücksspiel mit positiven Emotionen und Gefühlen verbunden, um möglichst viele Nutzer*innen anzusprechen.
| Intention der Werbung | Unzulässige Formulierung (Beispiel) | Zulässige, neutrale Formulierung (Beispiel) | Begründung |
|---|---|---|---|
| Neukundengewinnung | "Jetzt anmelden und 100€ Bonus ohne Einzahlung sichern!" | "Verantwortungsvoll spielen. Jetzt registrieren." | Bonusse locken und verharmlosen das Spiel. |
| Darstellung von Gewinnchancen | "Mit unserer Strategie gewinnen Sie garantiert!" | "Informationen zu Quoten und Spielregeln finden Sie auf unserer Website." | Garantien sind irreführend, Quoten sind neutral. |
| Emotionales Ansprechen | "Fühlen Sie den Kick des großen Gewinns!" | "Unser Angebot steht nur Volljährigen zur Verfügung." | Emotionale Aufstachelung ist verboten. |
| Sozialer Beweis | "Schließen Sie sich Tausenden glücklichen Gewinnern an!" | "Wir sind ein lizenzierter und regulierter Anbieter." | Sozialer Druck und Vorgaukeln von Erfolg sind unzulässig. |
Aus der Perspektive des Jugendschutzes ist die Entwicklung durchaus kritisch zu betrachten.
- Regulierung von Online-Casino-Werbung durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag
- Verpflichtende Altersverifikation in der Online-Werbung
- Verbot von irreführenden Werbeversprechen wie "garantierter Gewinn"
- Beschränkungen für Werbung in sozialen Medien und Influencer-Marketing
Ähnlich verhält es sich mit Influencer*Innen für Glücksspiele. Diese präsentieren ihren Zuschauer*innen Glücksspiele als harmloses Hobby. Dabei zeigen sie oder spielen sie sogar oftmals selbst live Glücksspiele auf ihren Kanälen in den sozialen Medien, beispielsweise auf Twitch.tv, und suggerieren ihren Zuschauer*innen unter anderem ein positives Spielerlebnis.
II. Gang der Untersuchung
Vor kurzen haben wir Dr. Tobias Hayer zum Trend von Glücksspiel-Streaming auf Twitch und YouTube interviewt. Auf das Thema Glücksspiel-Werbung in sozialen Medien konnten wir dabei nicht tief genug eingehen. Das möchten wir mir diesem Interview nachholen. Wir haben Johannes Singer, Doktorand am Gambling Research Center der Universität Hohenheim, gefragt, was es mit Social Media und Glücksspiel auf sich hat.
Was ist Glücksspiel überhaupt?
Saskia Rößner: Wo findet sich heute überall Werbung für Glücksspielangebote? Johannes Singer: Letztendlich kann uns Werbung für Glücksspielangebote überall in unserem alltäglichen Leben begegnen – beispielsweise Angebote für Lotterien beim Einkaufen, Reklame für Wettanbieter*innen bei Sportveranstaltungen oder Werbe-Slogans im Radio auf dem Weg zur Arbeit. Aber auch daheim auf dem Sofa begegnen uns Glücksspielangebote wie Werbe-Spots im TV. Natürlich gewinnen digitale Werbe-Inhalte in den Zeiten von sozialen Medien zunehmend an Bedeutung. Neben Werbe-Bannern auf Webseiten, gesponserten Links in den gängigen Suchmaschinen oder Werbe-Videos in verschiedenen Apps haben die meisten Glücksspielanbieter*innen in Deutschland Accounts in den gängigen sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter. Obwohl Glücksspiele in Deutschland erst ab 18 Jahren erlaubt sind, werden Jugendliche in den sozialen Medien mit einem hohen Maß an Glücksspielwerbung konfrontiert.
Glücksspielverband klagt gegen Tipico
Zusätzlich setzt man auf Werbung durch Influencer*innen, um Produkte in den aktuell relevantesten sozialen Medien wie TikTok oder Twitch zu bewerben. Obwohl einige Plattformen die Werbemöglichkeiten für Glücksspiele in jüngster Zeit eingeschränkt haben, sind die Möglichkeiten für Glücksspielwerbung, nicht zuletzt durch die sozialen Medien, vielfältiger geworden. Saskia Rößner: Was sind Besonderheiten von Glücksspiel-Werbung in sozialen Medien? Johannes Singer: Zur Beantwortung dieser Frage lohnt sich zunächst ein Blick auf die Besonderheiten sozialer Medien. Sie ermöglichen uns immer und überall, unabhängig von Ort und Zeit, miteinander zu interagieren und zu kommunizieren.
Was sollte sich ändern?
Nicht zuletzt deswegen nehmen soziale Medien einen immer größeren Stellenwert in unserem Alltag ein. Das zeigt sich cas casino quoten auch daran, dass die Relevanz sozialer Medien in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hat. Die aktuelle ARD-ZDF-Onlinestudie aus dem Jahr 2021 bestätigt diesen Trend auch für Deutschland. Gerade in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen nutzt eine Mehrheit, nämlich 66 % der Befragten, soziale Medien mindestens einmal am Tag. Parallel zur Häufigkeit steigt auch die Nutzungsdauer. Dabei tragen die fehlenden Jugendschutz- und Warnhinweise sowie die positive Darstellung von Glücksspiel als alltägliche Freizeitaktivität zu einer frühzeitigen Normalisierung von Glücksspielen bei. Hierbei ist die Rolle von Influencer*Innen nicht zu unterschätzen, denn sie verfügen oftmals über eine größere Reichweite und einen stärkeren Einfluss auf ihre Follower als klassische Werbeträger.
- Verbot von Glücksspielwerbung in den öffentlich-rechtlichen Medien
- Werbebeschränkungen für Sportwetten im Fernsehen vor 21 Uhr
- Verpflichtender Warnhinweis "Spiel mit Verantwortung" in allen Anzeigen
- Verbot von Werbung, die sich gezielt an Minderjährige richtet
- Einschränkungen für Werbepartnerschaften mit Sportvereinen
- Verbot von Werbung für Glücksspiele ohne deutsche Lizenz
Saskia Rößner: Welchen Einfluss könnte ihrer Einschätzung die Werbung beim Thema Sucht haben? Johannes Singer: Die gängige Werbepraxis ist deswegen kritisch zu betrachten, da Jugendliche schon in einem frühen Alter auf Glücksspiele aufmerksam werden. Parallel zu dieser Normalisierung von Glücksspielen, fördert die Werbung unrealistische Gewinnerwartungen und weckt nicht zuletzt Spielbedürfnisse. Auch wenn ein direkter Einfluss nicht nachgewiesen werden konnte, so zeigen aktuelle Studien dennoch einen Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung von Glücksspielwerbung und dem Glücksspielverhalten bzw.
- Rolle der Glücksspielbehörden (GGL) bei der Werbeaufsicht
- Bußgelder und Sanktionen bei Verstößen gegen Werbeverbote
- Monitoring und Berichtspflichten der Werbetreibenden
- Beschwerdestellen für Verbraucher bei irreführender Werbung
- Jährliche Evaluierung der Werbebeschränkungen durch die Politik
der Spielteilnahme von Jugendlichen.
13. April 2022
Der EuGH meint dazu: Das zeitweilige Ausscheren des Landes aus dem Glücksspielstaatsvertrag habe die striktere Verbotspolitik der übrigen deutschen Bundesländer nicht infrage gestellt. Der Weg aus dem Chaos: Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) Dennoch wurde klar, dass ein zentrales Organ zur Kontrolle hermuss. Die Hoffnung liegt nun auf der GGL, die gerade in Sachsen-Anhalt aufgebaut wird und am 1. Januar 2023 vollumfänglich einsatzfähig sein soll. Ob die ausgeuferten Zustände beim Online-Glücksspiel inklusive Online-Sportwetten und der Werbung dazu in den Griff zu bekommen sind, bleibt abzuwarten.
Wie fragwürdige Finfluencer arbeiten – und woran sich das erkennen lässt
Aktuell klagen fast alle zugelassenen Sportwettanbieter gegen zentrale Spielerschutzvorschriften wie z.B. das monatliche 1.000-€-Einzahlungslimit für Online-Sportwetten. Und das, obwohl die Behörde bereits großzügige „Ausnahmen“ bis zu 30.000 € monatlich gewährt hat. BgSwW-Pressemitteilung: „Pokal-KO für tipico!“ – Keine Wettwerbung auf Amateurplätzen!13. Verbotene Live-Wetten fluten das Netz 22. Was sich jedoch sagen lässt, ist, dass alle diese Auswirkungen einem effektiven Jugendschutz zuwiderlaufen. Bereits jetzt weisen 1,7 % der Minderjährigen im Alter zwischen 16 und 17 Jahren ein problematisches Spielverhalten auf.
1. Januar 2023
Januar 2025 - 09:30 Innenminister:innen der Länder fordern, dass illegale Glücksspielangebote ausländischer Anbieter für den deutschen Markt „aufgedeckt, konsequent verfolgt und angemessen bestraft werden“16. ARD-Doku: Spielverderber – wie Wettbetrüger den Fußball manipulieren25. BGH ruft EuGH in Sportwetten Prozess an25. Sportwetten bei der EM: Das Spiel und die Sucht7. ZDF frontal: Warum Sportwetten kein harmloses Hobby sind – mit Nico Heymer3.
Glücksspielwerbung gehört verboten
Schicke uns deine ausgefüllte Beitrittserklärung und unterstütze unser Team! Hinsichtlich der Art und Weise, wie geworben werden darf, bestehen Einschränkungen. So darf Glücksspielwerbung zum Beispiel nicht den Eindruck erwecken, dass Spielerinnen und Spieler Einfluss auf Glücksspiele nehmen können. Wenn Sie Hinweise darauf haben, dass Werbung für legal in Hamburg vor Ort angebotenes Glücksspiel gegen diese Vorgaben verstößt, können Sie dies der zuständigen Stelle melden. Sie können auch melden, wenn Sie Hinweise darauf haben, dass für illegales Glücksspiel vor Ort in Hamburg geworben wird. Zusätzlich erhöht Glücksspielwerbung die Rückfallgefährdung bei der Gruppe glücksspielsüchtiger Personen. Saskia Rößner: Welche politischen oder juristischen Maßnahmen würden Sie sich wünschen? Johannes Singer: Grundsätzlich würde ich mir eine Verbesserung des Jugendschutzes im Bereich Glücksspiel wünschen. Dazu wäre es notwendig, dass der Gesetzgeber flexibler auf neue Einflüsse, beispielsweise im Bereich der sozialen Medien, reagieren kann. Allgemein erscheint mir dieser Bereich noch recht stiefmütterlich behandelt. Natürlich brauchen Gesetze und Gesetzgebungsverfahren ihre Zeit. Allerdings befürchte ich, dass die Entwicklungen im Bereich sozialer Medien zu rasch voranschreiten, um einen effektiven und nachhaltigen Jugendschutz allumfänglich zu gewährleisten. Eine Möglichkeit für kurzfristige Nachbesserungen können Aktionspläne darstellen, wie sie beispielsweise die französische Glücksspielbehörde (ANJ) im Bereich der Sportwetten umzusetzen versucht. Zusätzlich würde ich mir für die aktuelle Gesetzgebung einen Fokus auf Influencer*innen wünschen. Diese neuen Werbeträger bestimmen zunehmend den Werbemarkt, wobei sie oftmals erfolgreicher als klassische Werbeformate agieren, was nicht zuletzt an ihrer spezifischen Funktionsweise liegt.
Das rechtliche Chaos um Sportwetten im Rückblick
Soziale Medien sind zu unseren alltäglichen Begleitern geworden und strukturieren zunehmend unser Verhalten sowie unsere Wahrnehmung. Vor diesem Hintergrund erscheinen soziale Medien als Werbeplattform vielversprechend, um möglichst viele Personen weltweit anzusprechen. Dafür bedarf es keiner aufwendigen Werbekampagnen, da die Nutzer*innen die Reichweite der Werbeinhalte selbst erhöhen. Ein einfacher Klick reicht aus, um Meldungen mit einem Like zu versehen oder Videos zu teilen, wodurch die Inhalte der persönlichen Freundesliste sichtbar gemacht werden. Auf diese Art und Weise können auch Nutzer*innen erreicht werden, die sich sonst nicht für Glücksspielinhalte interessieren. Erste Studien zeigen, dass die spezielle Bindung von Influencer*innen mit ihren Abonnent*innen einen entscheidenden Einfluss auf die Kaufabsicht von jungen Personen ausüben kann.
I. Allgemeines zum Glücksspiel
Somit bieten soziale Medien eine attraktive Alternative für Anbieter*innen von Glücksspielen, ein möglichst großes Netzwerk von potenziellen Kund*innen anzusprechen sowie bestehende Kund*innen an die eigene Marke zu binden. Saskia Rößner: Was an Glücksspiel-Werbung auf Social Media bewerten Sie als problematisch? Johannes Singer: Grundsätzlich sind die Verbreitung und die Intensität von Glücksspielwerbung durch soziale Medien gestiegen. Vor allem Jugendliche und junge Menschen nutzen soziale Medien häufiger und länger. Dadurch erhöht sich nicht nur die Reichweite der Werbung, sondern auch die Häufigkeit, mit der sich eine Person mit Werbeinhalten konfrontiert sieht.
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