Über delirium

Du hast keine Ahnung, warum du hier gelandet bist. Wir auch nicht.

delirium wurde 2013 von Fabian Schwitter, Dragica Stojkovic, Samuel Prenner und Laura Basso gegründet. Seither hat die Zeitschrift gegen Literatur jedes halbe Jahr eine neue Ausgabe publiziert, die die Diskussion über gute und schlechte Literatur fortführt. Die Print-Auflage liegt zur Zeit bei 1’000 Exemplaren. Ihren Sitz hat die Redaktion im Zürcher Zentrum Karl der Grosse.

delirium hat für seine Autoren und Autorinnen einige der härtesten Bedingungen der Welt: Die eingesandten Texte müssen, neben der Begrenzung auf max. 15’000 Zeichen, einen Bezug zu einem Text  aus einer der vorangehenden Ausgaben aufweisen. Die Redaktion wählt alle Texte anonym aus, Sympathien für Alter, Geschlecht, Herkunft, Tierfreundlichkeit oder Prestige der Autorin spielen keine Rolle. Es werden im Heft keine Biografien der Schreibenden veröffentlicht und (noch) schreiben sie ohne Entschädigung, dafür erhalten alle Texte sogleich eine Kritik einer anderen Person, die in Begeisterung, in einer säuberlichen Interpretation oder in harscher Kritik münden kann.

Die Texte werden illustriert, online publiziert und vertont. Essays zur Angemessenheit von Kritiken oder zur Literatur im Allgemeinen begleiten diese über viele Ausgaben fortschreitende Debatte, zumal viele Kritiken selbst als literarische Texte zu behandeln sind.

Aus diesem Grund nennt sich delirium die raffinierteste Literaturzeitschrift der Welt.

delirium ist bekannt dafür, einen intensiven Umgang mit Fans, Kritikern und Interessentinnen zu pflegen, und versucht, sie einzubinden. Ihre Vernissage-Performances sind mindestens so berüchtigt wie die schlechten Memes und Sinnsprüche, die sie auf Facebook publizieren.

Während delirium in der Presse bewundernde Aufmerksamkeit erhält, stammt die schärfste Kritik von ehemaligen Autorinnen und Kritikern, von Veranstalterinnen und Lesern, von Layoutern und Illustratorinnen, was zeigt, dass die Zeitschrift zumindest eines ihrer Ziele erreicht hat, nämlich eine Diskussion loszutreten und Menschen so sehr für das Projekt zu interessieren, dass sie es verbessern möchten.

delirium hat einen Writer in Residence – den legendären Gian Fermat – und übernimmt in regelmässigen Abständen die Lies mal delirium!-Rubrik im Coucou.

delirium gehört zu untergrund., einer Vereinigung von Literaturgruppen im Raum Zürich, die einen monatlichen Newsletter herausgeben und jeden Monat die Treppentexte, eine offene Bühne, veranstalten.